Mobbing in der Schule

Fünf häufige Motive für Mobbing

Die Angst vor dem“Fremden“ dem Unbekannten, vor anderen Religionen, Kulturen und den verschiedensten Lebensweisen der Menschen, diese Angst scheint den Homosapiens noch sehr sehr lange Zeit zu begleiten. Zudem will es dem Menschen einfach nicht gelingen in Frieden und Respekt zusammen zu leben. Unsere globale und digitalisierte Gesellschaft wird gesteuert von den verschiedensten Interessensgruppen und wachsenden wirtschaftlichen Zwängen.

In der Volksschule wird schon deutlich gemacht was cool oder uncool ist, wie die Kinder sein sollen und wie nicht. Und wenn du zu den Anderen dazu gehören willst, musst du die richtigen Markenartikel anhaben, dich „richtig“ Verhalten, die passende Musik hören und die entsprechende elektronische Ausrüstung besitzen. Gemobbt werden oft Kinder und Jugendliche, welche irgendwie anders sind als die Masse, sich mit 10 Jahren für Wissenschaften anstatt für Fußball interessieren, gemobbt werden Kinder weil sie einer anderen Religion angehören oder sich einfach nur anders Kleiden und sich anders Verhalten als die Anderen.

Da die verschiedensten Ursachen des Schulmobbings sehr vielfältig sind beschränken wir uns auf drei relevante Faktoren: Die Gruppendynamik, die Persönlichkeitsstruktur der Täter/innen und das Schulsystem.

Die Gruppendynamik
Ob es in einer Schulklasse zu Mobbing kommt oder nicht hängt wesentlich von der Qualität der Gruppendynamik ab. Eine neu zusammengewürfelte Klasse braucht entsprechende pädagogische Angebote. Die Gruppenregeln und Normen werden aufgebaut, die Gruppenidentität wird erarbeitet, die Schüler und Schülerinnen gestalten ihre sozialen Rollen, Subgruppen und die Schüler- Lehrer- Beziehungen bilden sich heraus. Die Qualität der Klassengemeinschaft hängt im Wesentlichen davon ab, wie sozial und rücksichtsvoll die Kinder miteinander und die Lehrer mit den Kindern umgehen.

Gewalt und Mobbing kann leider auch den Gruppenzusammenhalt (Subgruppen) stärken sowie das Gefühl der Zugehörigkeit zu einer Gruppe (oder einer Einzelperson) erhöhen. Das gemeinsame Schimpfen über eine nicht anwesende dritte Person, erzeugt ein Gefühl der Verbundenheit und Zugehörigkeit der Schimpfenden.

Dieses Verhalten ist bei Mobbing alltäglich. Wenn in der Schulklasse gemobbt wird, ist das Ausdruck von sehr unsozialem Umgang miteinander. Die Gruppenharmonie wird dabei langfristig zerstört, eine förderliche Gruppenidentität geht verloren, die Mehrzahl der Schüler/innen bekommen Angst und gehen nicht mehr gerne in die Schule. Der oder die Mobber bekommen immer mehr Macht über das Klima in der Klasse.

Die Persönlichkeitsstruktur der Täter/innen
Mobbing geschieht aus einem unausgeglichenem Selbstwert heraus. Einerseits aus einem zu geringen Selbstwertgefühl, indem um die Anerkennung in einer bestimmten Gruppe gekämpft wird oder wenn eine oder mehrere Personen als Bedrohung für den eigenen Selbstwert empfunden werden und man diese aktiv in ihrem Wert schmälern will. Andererseits mobben auch unreife Personen mit übersteigertem Selbstwertgefühl, um sich damit ihrer Macht gewiss zu sein. Oft stehen als Motive Aspekte wie Rachebedürfnis, Eifersucht oder Konkurrenz im Hintergrund der Tat.

Generell ist Mobbing ein Symptom für gestörte Kommunikation. Die Opfer werden isoliert, die Täter bekommen keine Rückmeldung über die Auswirkungen ihrer Schikane und die passiven Zuschauer die sogenannten Zeugen sind ratlos, haben Angst oder verhalten sich auch in gewisser Weise voyeuristisch. Fernen ist festzustellen, dass Mobbing ein Entlastungsventil ist für Aggressionen.

Wir unterscheiden zwischen reaktiver und proaktiver Aggression.

Reaktive Aggression tritt unmittelbar und impulsiv als Konsequenz einer realen oder wahrgenommenen Provokation, Frustration oder Bedrohung auf und ist von starken Ärgergefühlen begleitet. Die Ursachen für das aggressive Verhalten liegen in einer verzerrten Wahrnehmung (das Kind oder der Jugendliche fühlt sich durch fast alles provoziert), in der mangelnden Fähigkeit mit Gefühlen angemessen umzugehen (das Kind oder der Jugendliche explodiert leicht vor Wut) und in einem eingeschränkten Verhaltensrepertoire.

Von proaktiver Aggression spricht man dann, wenn das Kind oder Jugendliche aggressiv handelt um ein bestimmtes Ziel zu erreichen, wie Erlangen von Macht über eine andere Person oder Ansehen und Anerkennung. Das aggressive Verhalten wird von angenehmen Gefühlen, wie Lust und Spaß, begleitet. Die Ursachen liegen im Wunsch nach Anerkennung und Ansehen in der Gruppe, in einer positiven Lernerfahrung (das Kind oder der Jugendliche hatte Erfolg mit seinem Verhalten und bekam Anerkennung) und in gruppendynamischen Prozessen (die meisten Kinder oder Jugendliche in der Klasse sind beteiligt).

Das Schulystem

Die Schule ist leider oft zu sehr mit sich selber beschäftigt, mit ihrem Lehrstoff, der Aufrechterhaltung veralteter Strukturen oder der Schulorganisation. Es kommt an Schulen relativ häufig vor, dass die verantwortlichen Pädagogen spät oder überhaupt nicht mitbekommen, dass an ihrer Schule Mobbing stattfindet. Oft erzählen Lehrer/innen, dass sie bei ihrer Ausbildung auf das Thema Mobbing nicht vorbereitet wurden. Das würde bedeuten, dass dem Lehrkörper zu wenig Mittel zu Verfügung stehen Mobbing zu erkennen.

Bei der Behandlung von Mobbingdynamiken an Schulen sehen sich die Pädagogen mit vielen Hürden konfrontiert. Die Mobber/innen streiten alles ab, deren Eltern stellen sich auf die Seite ihrer Kinder und wollen in der Regel nicht akzeptieren, dass ihre Kinder Mobben.

Die Lehrer/innen befinden sich mit den Mobbern, welche oft sehr beliebt sind, in einem Loyalitätskonflikt. Oft schwingt die Angst der Lehrer mit, selbst gemobbt zu werden. Wenn Lehrer/innen die gemobbte Person beschützen sollen, brauchen sie die Unterstützung der anderen Lehrpersonen, der Direktion, des Schulpsychologen und nicht selten auch vom Schulinspektor.

Die Besonderheit bei Mobbing besteht darin, dass die Mobber/innen sehr verdeckt agieren, sich meistens im Schutz der Gruppe befinden, in der Regel kein Schuldbewußtsein haben und der Unterschied zwischen Mobbing und eben nicht Mobbing sehr schwer zu erkennen und zu diagnostizieren ist.

Zusammenfassung
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was hilft bei mobbing in der Schule
Beschreibung
Fünf häufige Motive für Mobbing und was dagegen hilft
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